DIE MORMONEN UND SALT LAKE CITY

Wer in seinem Urlaub in Richtung Utah oder gar nach Salt Lake City unterwegs ist, der wird unweigerlich einigen Sehenswürdigkeiten im Zusammenhang mit den Mormonen über den Weg laufen. Schließlich ist kein anderer Bundesstaat so sehr mit ihrer Kirche und ihrer Geschichte verbunden.

 

Sucht man die Anfänge der Kirche der Mormonen, der Christ of Latter-day Saints, kurz LDS, wie sie sich eigentlich nennen, so muss man mit dem Finger auf der Landkarte von Utah aus erst einmal hinüber nach Fayette im Bundesstaat New York rutschen. Hier wurde nämlich die Kirche im Jahr 1830 von Joseph Smith Jr. gegründet. So mancher wird sich fragen: Wer war denn das? Nun, der Gründer der Mormonen war ein Bauernjunge, dem kurz vor diesem denkwürdigen Datum im Traum ein Engel erschienen war. Dieser Engel soll ihn zu goldenen Schrifttafeln, die vergraben waren, geführt haben. Daraus leitete Smith seine Mission als Prophet für ein Volk ab, dessen Ursprünge im Nahen Osten gelegen hätten und das in die Vereinigten Staaten gelangt war. Das Buch Mormon und die Kirche der Mormonen auf amerikanischem Boden entstand. 

Blick auf Salt Lake City
Blick auf Salt Lake City

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten war es für die Mormonen jedoch nicht ganz so einfach. Sie stießen bei ihren sonst so religiös toleranten Mitmenschen auf Widerstand und Misstrauen. Schaut man genau hin, so muss man sagen: Kein Wunder! Denn die Mormonen waren gegen die Trennung von Staat und Kirche und außerdem befürworteten und praktizierten sie Polygamie. So entschlossen sie sich letztendlich, den Staat New York zu verlassen und woanders ihr Glück zu versuchen. Ihr Weg führte sie zunächst nach Missouri und dann nach Illinois, wo Joseph Smith Jr. 1844 einem Mordanschlag zum Opfer fiel.

 

In seine Fußstapfen trat nun als neuer Prophet Brigham Young, der mit 15.000 Mormonen weiter gen Westen zog. Im Jahr 1848 gründeten sie auf dem Gebiet des heutigen Utah die Stadt Salt Lake City. Zu dem Zeitpunkt gehörte diese Gegend natürlich noch zu Mexiko. Im gleichen Jahr, nach Ende des mexikanisch-amerikanischen Kriegs ging Utah jedoch an die USA über und somit auch die Stadt Salt Lake City.

 

Die Mormonen hatten sich inzwischen in ihrer neuen Stadt eingerichtet. Sie hatten Bewässerungsanlagen errichtet, denn nur durch diese war ein Überleben in der doch eher unwirtlichen Wüstengegend von Utah möglich. Nachdem all dies von Erfolg gekrönt gewesen war, schwärmten die Mitglieder der Kirche über das Land aus. Ihren neuen Staat nannten sie gemäß dem Buch Mormon „Deseret“, was Land der Honigbiene bedeuten soll. Noch heute nennt sich Utah übrigens selbst „Beehive State“, der Bienenstock-Staat. Außerdem wird auch bis heute noch überall in Utah der 24. Juli gefeiert – ein wichtiges Datum für die Mormonen. An diesem Tag erreichte nämlich Brigham Young mit seinem Gefolge einst die Gegend am Großen Salzsee.

 

Jedenfalls nahm die Bevölkerung Utahs schließlich auch durch die Entdeckung von Gold und Erzfeldern weiter zu, denn die Möglichkeiten, in Utah zu Glück und Wohlstand zu gelangen, lockten wie anderswo Abenteurer und Siedler an. 1857 marschierten jedoch aufgrund der zunehmenden Diskrepanzen zwischen dem Mormonenstaat und der Union die Truppen der Unionsarmee ein. Für die Mormonen stand es nicht zum Besten. Nur der ausbrechende Bürgerkrieg, der die Kräfte der Union band, bewahrte Utah vor Schlimmerem. Erst nachdem die Mormonen die Gesetze gelockert und 1890 die Polygamie aufgegeben hatten, wurde Utah 1896 ganz offiziell als 45. Bundesstaat in die Union aufgenommen.

 

In Salt Lake City finden sich heute noch viele Gebäude, die zur Kirche der Mormonen gehören bzw. auf ihre Vergangenheit verweisen. Zu ihnen gehören die Häuser ihres Propheten Brigham Young: Beehive und Lion, in denen er mit seiner riesigen Familie, seinen 19 Frauen und 56 Kindern, einst lebte. Im Pioneer Memorial Museum kann man die Siedlungsgeschichte der Mormonen verfolgen. Außerdem steht hier der Mormon Temple, erbaut zwischen 1853 und 1893, der allerdings nicht besichtigt werden darf. Aber selbst von außen ist er sehr beeindruckend. Im Tabernacle, erbaut 1867, singt heute noch der berühmte Mormonenchor, der Tabernacle Choir.

 

Heute zählt die Kirche der Mormonen weltweit mehr als 8 Millionen Mitglieder. Mehr als die Hälfte von ihnen leben in den Vereinigten Staaten. In Utah alleine bekennen sich noch 60 % der über 3 Millionen Einwohner zum Glauben der Mormonen.

 

Wer weitere Informationen über die Sehenswürdigkeiten in Salt Lake City sucht, der wird auf diesen beiden Webseiten fündig:

https://www.visitsaltlake.com/plan-your-trip/visitors-center-and-info/

https://utah.com/salt-lake-city

Inhalte von Google Maps werden aufgrund deiner aktuellen Cookie-Einstellungen nicht angezeigt. Klicke auf die Cookie-Richtlinie (Funktionell), um den Cookie-Richtlinien von Google Maps zuzustimmen und den Inhalt anzusehen. Mehr dazu erfährst du in der Google Maps Datenschutzerklärung.
Kommentare: 0